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Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
 

Pilotprojekt in Oberkirchen: Gemeinsamer Raum für alle Verkehrsteilnehmer

Pressemitteilung vom 28.10.2016 - 15:30 Uhr

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger präsentierte am Freitag, 28. Oktober 2016, das Pilotprojekt zur Verkehrsraumgestaltung der Ortsdurchfahrt Oberkirchen.

Hier soll angelehnt an das ‘Shared-Space-Prinzip‘(deutsch: „gemeinsamer Raum“) die vorhandene Durchgangsstraße sowohl als Einkaufs- und Aufenthaltsgebiet, als auch als Verbindungsstraße dienen. Die Wirtschaftsministerin erwartet, dass dadurch der  vom Kfz-Verkehr dominierte öffentliche Straßenraum im Verkehrsfluss verbessert und die  Attraktivität des Ortskerns von Oberkirchen erhöht wird.

Rehlinger: „Charakteristisch für das Shared-Space-Prinzip ist die Idee, so weit wie möglich auf Verkehrszeichen, Signalanlagen und Fahrbahnmarkierungen zu verzichten. Gleichzeitig sollen die Verkehrsteilnehmer vollständig gleichberechtigt werden, wobei die Vorfahrtsregel weiterhin Gültigkeit besitzt. Durch die geplanten Maßnahmen ist zu erwarten, dass sich auch die Geschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt reduziert. Ich bin mir sicher, dass mit diesem Pilotprojekt der Ortskern von Oberkirchen insgesamt aufgewertet und wieder mit mehr Leben gefüllt wird.“

Innenminister Klaus Bouillon: „Die Ortsdurchfahrt von Oberkirchen wird mit dem neuen Pilotprojekt zu einem gemeinschaftlich genutzten Raum, in dem die gegenseitige Rücksichtnahme eine wichtige Rolle spielt. Deshalb fördern wir diese Maßnahme mit Zuwendungen in Höhe von insgesamt etwa 836.000 Euro an die Gemeinde Freisen. Es handelt sich dabei um Zuwendungen aus den Bereichen Städtebauförderung, Gemeindeverkehrsfinanzierung und Bedarfszuweisungen. Ich bin davon überzeugt, dass nicht nur der Ortskern, sondern ganz Oberkirchen von unserer Förderung profitieren wird.“

Auch der Freisener Bürgermeister Karl-Josef Scheer freut sich auf das Pilotprojekt, das seit 2010 zuerst nur als Idee im Raum stand: „Wenn etwas Gutes soll gelingen, musst du darum ringen!“

Die Hauptstraße von Oberkirchen und dabei konkret der Abschnitt vom Kreisverkehrsplatz bis zur Einmündung der Straße ‚Zur Festhalle‘ wird so gestaltet, dass möglichst keine Verkehrsteilnehmer bevorzugt werden, sondern dass auf partnerschaftliches Miteinander gesetzt wird. Des Weiteren wird durch die Gestaltung versucht, die Erkennbarkeit als „sozialer Aufenthaltsraum“ in Abgrenzung zum „Verkehrsraum“ zu ermöglichen und möglichst gute Sichtbeziehungen zwischen allen Verkehrsteilnehmern zu gewährleisten. Sämtliche Verkehrsteilnehmer sollen in das Verkehrsgeschehen integriert statt verdrängt werden. Den Fußgängern und Radfahrern wird mehr Raum zugeteilt und die Nutzung durch Menschen mit Behinderungen durch die Reduzierung von Barrieren erleichtert. So wird im gesamten Bereich ein Blindenleitsystem angeordnet.

Um die Geschwindigkeiten auf ein angemessenes Maß zu reduzieren, wird der umgestaltete Bereich als „Tempo-20-Zone“ ausgewiesen. Ebenso wird die Rechts-vor-Links-Regel angewendet und weitgehend auf weitere Beschilderung verzichtet.

Die  Baukosten des Pilotprojektes betragen 2 Mio. Euro. Finanziert wird die Maßnahme durch das Wirtschaftsministerium mit 1 Mio. Euro, das Innenministerium mit rund 836.000 Euro, sowie durch die Gemeinde Freisen.

Die Federführung für die Baumaßnahme liegt beim Landesbetrieb für Straßenbau. Das Bauende ist für Oktober 2017 anvisiert.