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Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin
 

Die Automobilindustrie auf dem Weg in die digitale Zukunft

29.09.2016 -

Schon ganz im Zeichen des IT-Gipfels im November im Saarland stand der traditionelle Automobildialog der Landesvertretung Saarland und der FORD-Werke GmbH. Mit über 6500 Beschäftigten am Standort Saarlouis ist FORD nicht nur der größte Arbeitgeber im Saarland, sondern auch wesentlicher  Akteur und Gestalter des digitalen Wandels.

Dr. Uwe Gackstatter, Bernhard Mattes, Peter Stefan Herbst, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer; Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba, Prof. Dr. Georg Rosenfeld (v.l.n.r.)
Dr. Uwe Gackstatter, Bernhard Mattes, Peter Stefan Herbst, Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer; Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba, Prof. Dr. Georg Rosenfeld (v.l.n.r.)

Digitalisierung von Produktion und Produktionsmitteln, automatisierte Fahrzeugfunktionen bis hin zu autonomem Fahren und neuen  Mobilitätsbedürfnisse stellen nicht nur Wirtschaft, Wissenschaft und Politik vor enorme Herausforderungen, sondern auch jeden Einzelnen, der sich in einem immer komplexeren Angebotssegment und einer immer anspruchsvolleren Arbeitswelt  zurechtfinden muss.

In einer lebhaften Podiumsdiskussion stellten sich neben der saarländischen Ministerpräsidentin der Vorsitzende der Geschäftsführung der Ford-Werke GmbH, Bernhard Mattes, Verkehrsstaatsekretär Rainer Bomba aus dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, Professor Dr. Georg Rosenfeld aus dem Vorstand der Fraunhofer Gesellschaft sowie Dr. Uwe Gackstatter, der Vorsitzende des Bereichs Diesel Systems bei Bosch den Fragen, die aus dem rasanten Struktur- und Infrastrukturwandel im Zeichen des Digitalen erwachsen.

In seiner prägnanten Keynote identifizierte Professor Rosenfeld vier aktuelle Trends, die automobiles Fahren derzeit prägen: Das vernetzte Fahrzeug wird Teil des Internets der Dinge sein, während die Entwicklung des automatisierten Fahrens immer schneller voranschreitet. Zugleich ersetzt die Elektrifizierung des Antriebsstranges zunehmend den Verbrennungsmotor. Für Kunden und Hersteller dabei besonders relevant ist die Entwicklung, dass intelligente und individuelle Mobilitätsdienstleistungen als Geschäftsmodell neben das klassische Prinzip des Verkaufs und Kaufs von Autos treten.

Gerade letztere Tendenz griff Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer besonders auf: Es sei heute schon absehbar und auch persönlich erlebbar, dass für viele nicht mehr ausschließlich der reine Besitz eines Autos wichtig sei, sondern vielmehr die Frage, welche auf die je eigenen individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Mobilitätsangebote zur Verfügung stünden. Dies sei eine zentrale Herausforderung, der sich Politik und Wirtschaft gleichermaßen stellen müssten.

Auch wenn der Trend hin zur Elektromobilität zurecht in aller Munde ist, müsse man dennoch differenziert und realistisch auch im Bereich der Antriebstechnik bleiben, so Dr. Gackstatter, der dem Publikum im voll besetzten Festsaal der saarländischen Landesvertretung Potentiale und die gegenwärtige Unverzichtbarkeit der Diesel-Technik eindrücklich schilderte. Gerade im Bereich der Nutzfahrzeuge sei hier auf absehbare Zeit keine wirkliche Alternative vorhanden.

Dem konnte sich auch Staatssekretär Bomba nur anschließen, der gerade hinsichtlich der komplexen Produktionsprozesse trotz der rasanten Entwicklung empfahl, auch die Dekade als zeitliche Maßeinheit und Langfristigkeit im Blick zu behalten. Nicht jeder Trend setze sich am Ende auch durch.