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Tourismus
 

„Klasse statt Masse“: Landkreiskonferenzen bestätigen den Kurs der Tourismuskonzeption 2025

10.06.2016
Auch der Aktivtourismus wird künftig eine wichtige Rolle spielen. „Adventure/Wildnis“ soll dabei den inhaltlichen Schwerpunkt bilden. Foto: Dudarev Mikhail - Fotolia
Auch der Aktivtourismus wird künftig eine wichtige Rolle spielen. „Adventure/Wildnis“ soll dabei den inhaltlichen Schwerpunkt bilden. Foto: Dudarev Mikhail - Fotolia

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger ist zufrieden mit den Ergebnissen ihrer Landkreistour zur neuen Tourismuskonzeption. „Ich war als Sender und Empfänger unterwegs“, sagte sie am Freitag, 10. Juni, vor der Presse. Dabei habe sie zwei klare Botschaften mitnehmen können:

Erstens habe sich gezeigt, dass die touristischen Partner im Regionalverband und in den Landkreisen „sehr motiviert und sehr nah am Thema“ seien. Mehr als 300 Touristiker, Entscheider oder Gewerbetreibende nahmen insgesamt an den Themenkonferenzen teil. Es gab einen intensiven Austausch über aktuelle Fragestellungen zur Tourismusförderung.

Zweitens sei deutlich geworden, dass die in der Tourismuskonzeption 2025 beschriebene Strategie, auf „Klasse statt Masse“ zu setzen, in allen Teilen des Landes Zustimmung finde. „Die aufgeführten Handlungsschwerpunkte haben den Nerv der Partner getroffen, das ist eine gute Voraussetzung dafür, aus Visionen jetzt Realitäten werden zu lassen“, so die Ministerin.

Als übergeordnete Handlungsschwerpunkte werden gesehen:

·         Tourismusbewusstsein steigern (Federführung Tourismus Zentrale Saarland)

·         KMU-Netzwerk bilden (Federführung IHK Saarland)

·         Professionelles Ansiedlungsmanagement (Federführung Strukturholding Saar)

·         Aufwertung der Ortsbilder (Federführung Saarländischer Städte- und Gemeindetag)

·         Marken- und Kommunikationsstrategie

 

„Durch die Brille des Gastes“

Die Landkreistour der Ministerin gemeinsam mit TZS-Geschäftsführerin Birgit Grauvogel hatte das Ziel, die wichtigsten Inhalte der neuen Tourismuskonzeption zu vermitteln und zur Diskussion zu stellen. Dabei stand im Vordergrund, wie sich die Planungen und Schwerpunkte der Teilregionen ins Gesamtbild integrieren lassen und mit welchen Aktivitäten und Projekten die Landkreise und der Regionalverband zur Umsetzung der Konzeption beitragen können. Rehlinger: „Wir setzen verstärkt auf Qualität und Nachhaltigkeit. Das war Konsens der sechs Konferenzen. Segmente, in denen die Wertschöpfung hoch ist, werden bevorzugt bearbeitet. Saisonverlängerung ist ein wichtiges Instrument.“

Insbesondere die Themen „Tourismusbewusstsein“ und „Attraktive Ortsbilder“ wurden als wichtige Aufgaben zur Weiterentwicklung des Tourismus im Saarland eingeschätzt. „Wenn es uns gelingt, die saarländische Bevölkerung davon zu überzeugen, dass sie in einer attraktiven Tourismusregion lebt, die einen hohen Freizeit- und Erholungswert bietet, sind wir einen guten Schritt weiter“, sagte die Ministerin. Wer selbst den touristischen Wert seiner Heimat erkenne, sei auch in der Lage, bei anderen Begeisterung zu wecken und zum Markenbotschafter für das Tourismusland Saarland zu werden. Es sei wichtig, „das Saarland durch die Brille des Gastes zu sehen“. Dabei könne jeder einzelne zum Beispiel durch Blumenschmuck oder eine attraktive Hausfront schon viel bewegen.

Ein Beispiel zur Aufwertung der Ortsbilder ist der sogenannte „Atmosphäre-Check“. Dabei realisieren die Gemeinden eine Bestandsanalyse vor Ort, erarbeiten Ideen und Projekte, erstellen einen Handlungsrahmen und setzen ihn unter fachlicher Begleitung um. Ansprechpartner ist die TZS. Die Stadt Homburg und die Gemeinde Tholey sind die ersten Kommunen, die sich dieses Thema zu eigen gemacht haben.

Das Handlungsfeld „KMU-Netzwerk“ wurde bei den Konferenzen ebenfalls als zentral bewertet. Die kleinen und mittleren Unternehmen der Tourismuswirtschaft werden als Basis für ein vom Gast positiv erlebtes Produkt gesehen. Das Saarland habe sowohl bei der Produkt-, als auch der Servicequalität sowie bei Marketing und Vertrieb noch Nachholbedarf. Rehlinger: „Das KMU-Netzwerk unter der Federführung der IHK hat daher eine nicht zu unterschätzende Bedeutung und sollte zusammen mit den Aufgaben Ortsbilder und Tourismusbewusstsein intensiv vorangetrieben werden.“

Realistische Ziele

Auf der Grundlage der Erfahrung bei den Landkreiskonferenzen hält Ministerin Rehlinger die strategischen Ziele für die nächsten Jahre für realistisch. Die Übernachtungen sollen bis zum Jahr 2025 von jetzt 2,98 auf 3,3 Millionen leicht gesteigert werden, die Einkommen aus dem Tourismus von heute 627 auf 700 Millionen Euro wachsen. Die Zahl der umweltfreundlichen Betriebe soll um den Faktor 10 auf 50 erhöht werden, die Lebens- und Freizeitqualität spürbar steigen.

Um die Ziele zu erreichen, wurde mit den Partnern eine klare Arbeitsteilung vereinbart. Die Steuerung des Gesamtprozesses übernimmt das Ministerium, die TZS konzentriert sich auf das Zusammenwirken der einzelnen regionalen Partner. Während die Landkreise in erster Linie für die Produktentwicklung und -bündelung zuständig sind, ist es Aufgabe der Städte und Gemeinden, Erhaltung und Ausbau der Infrastruktur zu sichern sowie für eine professionelle Gästebetreuung und die Schaffung von Reiseanlässen zu sorgen. Für das reibungslose Zusammenspiel der Akteure sei es notwendig, für eine gute Vernetzung zwischen den Ebenen und die nötige Transparenz zu sorgen.

„Wir müssen uns und andere für den Tourismus im Saarland begeistern. Wir müssen uns auf unsere Stärken konzentrieren. Wir müssen uns weiter professionalisieren“, so Ministerin Rehlinger.

 

HINTERGRUND

Eine wesentliche Motivation zur Weiterentwicklung des Tourismus im Saarland sind die wirtschaftlichen Effekte:

·         Jährlich entstehen 1,4 Mrd. Euro Bruttoumsätze.

·         33.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt vom Tourismus ab.

·         Knapp 100 Mio. Euro fließen den Kommunen und dem Landeshaushalt aus tourismusbezogener Einkommens- und Mehrwertsteuer zu.

·         Der Beitrag des Tourismus zum Bruttoinlandsprodukt liegt bei 2,8 Prozent.