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Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt: Broschüre als Leitfaden

Pressemitteilung vom 15.04.2016 - 12:30 Uhr

Ausbildung, Qualifizierung und Arbeit sind nach wie vor wesentliche Voraussetzungen für die erfolgreiche Integration von Flüchtlingen. Der Weg in den saarländischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt beginnt bereits in der zentralen Landesaufnahmestelle, er erfordert aber weitere Schritte in den Kommunen und bei den zuständigen Behörden. Einen Überblick und Informationen zu den einzelnen Maßnahmen auf dem Weg in Beschäftigung gibt nun die Broschüre „Wege zur Integration von Flüchtlingen in den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt im Saarland“. Arbeitsministerin Anke Rehlinger, die Vorsitzende der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, Heidrun Schulz, und Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, stellten die Broschüre bei einem gemeinsamen Pressetermin im Wirtschaftsministerium vor.

Gerade vor dem Hintergrund des demografischen Wandels sieht Arbeitsministerin Anke Rehlinger die Zuwanderung auch als Chance für den saarländischen Arbeitsmarkt. „Von den Menschen, die bei uns Asyl suchen, sind viele sehr motiviert und wollen so schnell wie möglich auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen. Wir möchten Asylsuchenden den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern. Dazu haben wir im vergangenen Jahr bereits mehrere Maßnahmen auf den Weg gebracht. Die Broschüre gibt dazu einen Überblick und bietet hilfreiche Zusatzinfos im Zusammenhang mit der Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt“, so die Ministerin.

Im Oktober 2015 hatte das Wirtschaftsministerium mit dem sogenannten 7-Punkte-Plan bereits einen ersten Maßnahmenkatalog zur besseren Integration von Flüchtlingen aufgelegt. Dazu gehören neben einem zusätzlichen Sprachförderprogramm durch das Wirtschaftsministerium auch die Einrichtung einer Clearingstelle "Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven" sowie der Einsatz von Beschäftigungscoaches, die Zuwanderer beispielsweise bei Behördengängen unterstützen. Diese Maßnahmen sind nun auch Bausteine der Broschüre. „Mit der gemeinsamen Broschüre bringen wir auch eine klare Linie in die bereits vorhandene Informationsstruktur. Wir wollen die verschiedenen Stationen, die ein Flüchtling auf dem Weg in Beschäftigung passiert, so transparent wie möglich darstellen“, so die Arbeitsministerin weiter.

Von der Ankunft in der Landesaufnahmestelle über die Unterbringung in den Kommunen bis zur Anerkennung der schulischen und beruflichen Qualifikation erläutert die Broschüre Step-by-Step den Weg in Ausbildung und Arbeit.

„Sehr viele der im Saarland ankommenden Flüchtlinge werden mit hoher Wahrscheinlichkeit bleiben. Wir haben als Bundesagentur für Arbeit großes Interesse daran, ihnen schnell Zugang zum Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu verschaffen. Wir wollen möglichst früh einen Überblick über die Qualifikationen und Kenntnisse der Menschen haben, die zu uns kommen. Dies läuft in der Landesaufnahmestelle Lebach in zwei Schritten ab. Im ersten Schritt wird eine Informationsveranstaltung durchgeführt, in der in arabischer und englischer Sprache ein Einblick in die Arbeitswelt in Deutschland gegeben wird. Gemeinsam mit unseren Beraterinnen und Beratern füllen dann die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Arbeitspaket aus, in dem die schulischen, beruflichen oder akademischen Qualifikationen sowie die beruflichen Erfahrungen aufgelistet werden. Mehrere unserer Beraterinnen und Berater in Lebach kommen selbst aus Syrien und kennen das Berufs- und Ausbildungssystem. In einem zweiten Schritt folgt eine individuelle Beratung, bei der die Verwertbarkeit der Qualifikationen besprochen wird. Bei Akademikern kann bereits das formelle Anerkennungsverfahren eingeleitet werden. Damit wird die Basis für die nächsten Integrationsmaßnahmen der Arbeitsagentur und Jobcenter geschaffen“, so Heidrun Schulz.

Die Agentur für Arbeit koordiniert gemeinsam mit der Ausländerbehörde des Saarlandes und dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge die Verwaltungsabläufe in der zentralen Aufnahmestelle.

Raimund Becker, Vorstandsmitglied der Agentur für Arbeit in Nürnberg: „Die Integration geflüchteter Menschen erfordert ein Zusammenwirken vieler verschiedener Akteure. Diese Broschüre ist ein Zeichen und ein Beispiel guter Zusammenarbeit der Beteiligten. Denn sie schaffen damit Transparenz und geben einen guten Überblick darüber, welche Anstrengungen sie bereits unternommen haben und welche Herausforderungen noch anstehen.“

Auch das Ankommen in den Kommunen ist Teil der Integration von Flüchtlingen. Da in der Erstaufnahmeeinrichtung in der Regel ein Beschäftigungsverbot besteht, ist der Wohnsitz in einer saarländischen Kommune eine wesentliche Voraussetzung auf dem Weg in Beschäftigung. Die wichtigsten Informationen zur Unterbringung von Flüchtlingen sind daher ebenfalls in der Broschüre dargestellt.

Innenminister Klaus Bouillon: „Wir haben 2015 rund 13.600 Flüchtlinge und Asylsuchende aufgenommen, registriert und auf die saarländischen Kommunen verteilt. Dabei war der Landesregierung sehr früh klar, dass schnell gehandelt und Wohnraum geschaffen werden muss. Mit unserem Wohnraumsonderprogramm haben wir im letzten Jahr über 200 Projekte gefördert. Insgesamt wurden über 10.000 Personen dezentral in den saarländischen Kommunen untergebracht. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Weichen für eine erfolgreiche Integration der Neuankommenden in unsere Gesellschaft zu stellen.“

Die Broschüre bündelt wichtige Informations-, Beratungs- und Förderangebote, die für Flüchtlinge auf dem Weg in Ausbildung und Beschäftigung relevant sind. Sie richtet sich in erster Linie an saarländische Bürgerinnen und Bürger, insbesondere an Helferinnen und Helfer in den Kommunen. Die Broschüre ist eine gemeinsame Publikation des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit und des Ministeriums für Inneres und Sport.

Ansprechpartner

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
Wolfgang Kerkhoff
Pressesprecher und stellvertretender Regierungssprecher
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-1690
(0171) 3366 492 (mobil)
Telefax
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