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Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
 

Flüchtlingsnetzwerker gehen an den Start

Pressemitteilung vom 14.09.2016 - 14:00 Uhr

Im Saarland ist seit dem 1. September 2016 je ein Flüchtlingsnetzwerker bei der Industrie- und Handelskammer des Saarlandes (IHK) und der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK) im Einsatz. Hauptaufgabe der Flüchtlingsnetzwerker ist es, Flüchtlinge in Ausbildung, Einstiegsqualifizierung oder in ein vorbereitendes Praktikum zu vermitteln. Darüber hinaus sollen jugendliche Flüchtlinge und deren Eltern über das duale Ausbildungssystem in Deutschland informiert werden. Zur Umsetzung der Maßnahme haben das Wirtschaftsministerium, die Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit, die IHK und die HWK eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

An den Kosten der beiden Flüchtlingsnetzwerker beteiligen sich das Wirtschaftsministerium mit jährlich 20.000 Euro und die Agentur für Arbeit bzw. die Jobcenter mit 60.000 Euro. Die Kammern übernehmen je 10.000 Euro.

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger: „Das Projekt Flüchtlingsnetzwerker leistet einen wichtigen Beitrag sowohl zur Integration in Ausbildung und damit in die Gesellschaft als auch zur Fachkräftesicherung. Die saarländische Wirtschaft erhält die Chance, auf diesem Wege neue und engagierte Auszubildende für ihre offenen Lehrstellen zu gewinnen. Neben fehlenden Sprachkenntnissen stellt oftmals die Unkenntnis unseres Bildungs- und Ausbildungssystems eine wesentliche Hürde dar. Deshalb werden die Flüchtlingsnetzwerker auch gezielt über den Stellenwert der dualen Ausbildung in Deutschland informieren.“

„Die berufliche Ausbildung ist eine solide Basis für das weitere Berufsleben. Insbesondere Flüchtlinge stellt eine Ausbildung vor große Herausforderungen. Bereits im Erstgespräch mit den Kolleginnen und Kollegen in den Agenturen für Arbeit und Jobcentern wird ein Integrationsplan erstellt. Hier werden konkrete Schritte festgelegt wie eine Integration zügig und individuell gelingt. So kann zum Beispiel eine Einstiegsqualifizierung den jungen Menschen individuell auf eine Ausbildung vorbereiten. Für den Ausbildungsbetrieb ist es eine Möglichkeit die junge Frau oder den jungen Mann nicht nur in einem kurzen Bewerbungsgespräch kennenzulernen. Vielmehr kann der Jugendliche mit Fähigkeiten, Fertigkeiten und Motivation über einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten im täglichen Arbeitsprozess das Unternehmen überzeugen“, so Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.

Bei Bedarf beraten die Flüchtlingsnetzwerker auch über ausbildungsunterstützende und –begleitende Maßnahmen wie Assistierte Ausbildung, ausbildungsbegleitende Hilfen oder das Landesprogramm „Ausbildung jetzt“.

IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Heino Klingen: „Unsere Erfahrung zeigt: Viele jugendliche Flüchtlinge sind hoch motiviert. Sobald sie über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen, haben sie gute Chancen, eine Berufsausbildung erfolgreich zu absolvieren. Mit dem neuen Flüchtlingsnetzwerker werden die jungen Flüchtlinge jetzt noch zielgerichteter beim Start ins Berufsleben unterstützt. Das hilft nicht zuletzt auch unseren Unternehmen, die dringend auf geeigneten Ausbildungsnachwuchs angewiesen sind.“

Der Präsident der Handwerkskammer, Bernd Wegner, verweist auf die Ausbildungs- und Beschäftigungschance für Flüchtlinge im Handwerk: „Auch unsere Betriebe profitieren von der Arbeit des Netzwerkers, denn diese können das Matching von offenen Stellen und Profilen interessierter Flüchtlinge noch verbessern. Viele Betriebe würden gerne ausbilden oder beschäftigen, finden derzeit aber keine Interessenten. Wir versprechen uns von dem Projekt eine Optimierung der Vermittlung.“

Die Teilnehmer werden von der Agentur für Arbeit Saarland bzw. den beteiligten Jobcentern zugewiesen. Folgende 5 Jobcenter nehmen teil: Jobcenter im Regionalverband Saarbrücken, Jobcenter im Landkreis Neunkirchen, Jobcenter Merzig-Wadern, Jobcenter Saarlouis und Jobcenter Saarpfalz-Kreis.