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Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
 

Arbeit ist gelebte Integration – Wirtschaftsministerin Rehlinger stellt „ASaar Plus“ für anerkannte Asylberechtigte vor

Pressemitteilung vom 29.04.2016 - 15:30 Uhr

Im April 2016 waren 3.074 anerkannte Asylberechtigte im erwerbsfähigen Alter aus nichteuropäischen Herkunftsländern im Saarland arbeitslos gemeldet und bezogen Leistungen nach SGB-II („Hartz 4“). Sie stehen zwar grundsätzlich dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zur Verfügung. Die Praxis zeigt aber, dass sie beispielsweise aufgrund fehlender Deutschkenntnisse oder noch fehlender schulischer oder beruflicher Qualifikationen aktuell sehr schwer Beschäftigung finden. Um gegenzusteuern, hat Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger jetzt ihren Sieben-Punkte-Plan um einen neuen Baustein erweitert. „Arbeit ist gelebte Integration. Es geht darum, die Erwachsenen schnell in Beschäftigung zu bringen“, sagte sie anlässlich der Vorstellung. Ihr neues Programm zur Arbeitsmarktintegration von anerkannten Asylberechtigten im SGB-II-Bezug wird als komplementärer Baustein im Landesprogramm „Arbeit für das Saarland“ (ASaar)verankert. Unter dem Titel „ASaar Plus“ soll es künftig für eine schnellere Integration von anerkannten Asylberechtigten in den saarländischen Arbeitsmarkt sorgen.

„Trotz schwieriger Haushaltsbedingungen und dem Wegfall der Bürgerarbeit haben wir unser Platzangebot in ASaar stabil gehalten. Mit einem klugen Mix aus verschiedenen Bundes- und EU-Programmen bieten wir in den nächsten beiden Jahren weiterhin 2.350 Plätze für Langzeitarbeitslose an“, führt Wirtschaftsministerin Rehlinger an. Mit dem neuen Modul ASaar Plus kommen jetzt 640 weitere Arbeitsgelegenheiten (AGH) kombiniert mit Maßnahmen zur beruflichen Qualifizierung dazu. „Damit steigt unser Angebot an öffentlich geförderter Beschäftigung auf insgesamt 2.990 Plätze“, so die Ministerin. Die Kosten von 1,6 Millionen Euro trägt das Wirtschaftsministerium.

Das neue Modul wendet sich an alle erwachsenen Asylberechtigten, die von den Jobcentern als arbeitsmarktfern eingestuft werden. „Sollten also nicht genügend anerkannte Asylberechtigte vermittelt werden, stehen die Plätze als zusätzliches Angebot von ASaar allen zur Verfügung. Es ist also ein Plus für alle Langzeitarbeitslosen, ohne dass dafür erst neue Strukturen geschaffen werden müssen“, so Wirtschaftsministerin Rehlinger.

ASaar Plus verfolgt zwei Ziele. Einerseits sollen damit anerkannte Asylberechtigte schnell eine sinnvolle Tätigkeit aufnehmen können. Rehlinger: „Sie sollen die Chance haben, frühzeitig zum eigenen Lebensunterhalt und zur eigenen Versorgung beizutragen.“ Andererseits ist es das Anliegen von ASaar Plus, dass sich die anerkannten Asylberechtigten durch Arbeit schneller in die Gesellschaft integrieren. Denn nach dem Willen der Wirtschaftsministerin soll diese Personengruppe „sofort mit anpacken können“. Dies sei ein wichtiges Signal an die Saarländerinnen und Saarländer. Die Bereitstellung von Arbeitsgelegenheiten sei dafür ein richtiges Instrument.

Arbeitsgelegenheiten bieten die Chance, arbeitsmarktferne Personen an den allgemeinen Arbeitsmarkt heranzuführen. Sie sind darauf ausgerichtet, über die Teilhabe am Arbeitsleben eine Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu erleichtern. Dadurch können das Arbeits- und Sozialverhalten gestärkt, Perspektiven verändert und individuelle Wettbewerbsnachteile ausgeglichen werden.