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Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
 

Rehlinger: Feststellung der beruflichen Kompetenz öffnet vielen Flüchtlingen eine Perspektive

Pressemitteilung vom 02.03.2016 - 16:30 Uhr
Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hat sich vor dem Hintergrund der aktuellen Arbeitsmarktzahlen dafür ausgesprochen, die schnelle Integration von Flüchtlingen in Beschäftigung zu intensivieren. Die Zahl der ausländischen Arbeitslosen stieg im Saarland laut Bundesagentur in den letzten vier Wochen um 300. Das entspricht 3,5 Prozent. Insgesamt sind 9 100 Menschen dieser Zielgruppe arbeitslos gemeldet, etwa 30 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Rehlinger: „Die Flüchtlingssituation ist auf dem saarländischen Arbeitsmarkt angekommen. Ich gehe von weiterhin steigenden Zahlen aus.“ Neben der Beseitigung von Sprachbarrieren durch Deutschkurse gerade auch für Einsteiger kommt aus der Sicht der Ministerin der Feststellung beruflicher Qualifikationen eine besondere Bedeutung zu. Einerseits sei es in diesem Zusammenhang wichtig, wie geplant die personelle Besetzung der „Clearingstelle Ausbildungs- und Beschäftigungsperspektiven“ in der Landesaufnahmestelle Lebach zu verbessern. Andererseits müsse das Verfahren zur praktischen Feststellung beruflicher Kompetenzen in Gang kommen.

„Wir werden das bei der nächsten Sitzung der TaskForce zur Steuerung der Integration von Flüchtlingen in Beschäftigung erneut zur Sprache bringen. Auch wer ohne Zeugnisse und Dokumente hier ankommt, muss eine Chance haben, seine Talente in der Arbeitswelt zu entfalten“, so die Ministerin. Es komme darauf an, die praktischen beruflichen Kenntnisse und Erfahrungen unbürokratisch zu testen und für die Unternehmen nachvollziehbar zu bescheinigen. Am 7. März soll das gemeinsame Vorgehen mit Vertretern von Betrieben und Kammern, von Jobcentern, Arbeitsagentur und Kommunen beraten werden. Die TaskForce habe die Aufgabe, für das Saarland ein transparentes und abgestimmtes Verfahren zur praxisorientierten Kompetenzfeststellung zu entwickeln: „Wichtig ist mir dabei, dass die Vorgehensweise sich an den tatsächlichen Anforderungen der Betriebe orientiert. Wenn wir mit diesem Verfahren zügig zum Abschluss kommen, kann auch die notwendige berufliche Qualifizierung beginnen.“ Dies sei ein wichtiger Beitrag zur Fachkräftesicherung hier im Saarland.

"Hohe Einstellungsbereitschaft"

Bei der praktischen Kompetenzfeststellung geht es darum, die bereits erworbenen beruflichen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten zu ermitteln und zu überprüfen. Dabei sollen Ausbilder und Meister in Lehrwerkstätten oder Ausbildungszentren aktiv werden. Das Gesetz über die Feststellung der Gleichwertigkeit von Berufsqualifikationen sieht Arbeitsproben, Fachgespräche, praktische und theoretische Prüfungen sowie Gutachten von Sachverständigen als Instrumente der Kompetenzfeststellung vor.

Bei den saarländischen Betrieben sieht die Arbeitsministerin „eine hohe Einstellungsbereitschaft“. Dies sei eine gute Basis für den richtigen Umgang mit dem Flüchtlingsthema. Rehlinger: „Es gibt keinen besseren Weg zur gesellschaftlichen Integration von Asylsuchenden als deren rasche und nachhaltige Integration in unsere Arbeitswelt. Hier liegen für alle Beteiligten große Chancen für einen positiven Umgang miteinander.“