Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
 

Migranten als Existenzgründer: Kooperationsvereinbarung stärkt das Beratungsangebot

Pressemitteilung vom 29.09.2015 - 10:45 Uhr
Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hat mit dem Institut für Technologietransfer an der htw saar und dem IQ-Landesnetzwerk eine Kooperationsvereinbarung getroffen, um Migrantinnen und Migranten bei der Vorbereitung und Stabilisierung von Firmengründungen weiterhin gezielt zu unterstützen. Damit kann der Gründungslotse für Migrantinnen und Migranten, Faruk Sahin, seine Arbeit fortsetzen. Die Vereinbarung war Thema bei einem Kamingespräch, zu dem die Saarland Offensive für Gründer (SOG) eingeladen hatte.

„Ziel ist es, noch mehr Migrantinnen und Migranten zur Unternehmensgründung zu motivieren. Deshalb machen wir im Rahmen der Saarland Offensive für Gründer zahlreiche Qualifikations- und Unterstützungsangebote speziell für diese Zielgruppe“, so Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke. „Mit der neuen Kooperationsvereinbarung verstetigen wir unsere Angebote, und mit Veranstaltungen wie diesen bringen wir unterschiedliche Interessengruppen an einen Tisch, um weitere Konzepte und Maßnahmen zu erarbeiten.“

Beim Kamingespräch in der Saarbrücker Luminanz kamen Gründerinnen und Gründer, Unternehmerinnen und Unternehmer, Kulturvereine, SOG-Netzwerkmitglieder und Vertreter der Politik zusammen. Als Impulsredner war Dr. René Leicht, Experte für Migrantenökonomie am Institut für Mittelstandsforschung (ifm) Mannheim, angereist. Laut ifm haben rund 16 Prozent der Selbstständigen im Saarland einen Migrationshintergrund. Das Klischee, dass Migrantinnen und Migranten vornehmlich in weniger wissensintensiven Branchen wie der Gastronomie gründen, sei dabei nicht mehr haltbar: Immer mehr Saarländerinnen und Saarländer mit Migrationshintergrund gründen in Branchen, die ein hohes Qualifizierungsniveau oder eine wissenschaftliche Ausbildung erfordern, etwa im Immobilien- und Versicherungsgewerbe oder im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik).

Geprägt durch kulturelle Erfahrung in ihren Herkunftsländern, hätten viele Zuwanderer grundsätzlich eine hohe Affinität zur Selbstständigkeit. Oft wüssten sie jedoch nicht, wie sie ihre Gründungsidee im Saarland umsetzen können, hieß es beim Kamingespräch. Um Saarländerinnen und Saarländer mit Migrationshintergrund gezielt bei der Unternehmensgründung zu unterstützen, wurde im Jahr 2012 mit Faruk Sahin erstmals ein Gründungslotse für Migrantinnen und Migranten ernannt. „Die vorhandenen Unterstützungsangebote des Saarlandes versuchen wir seit 2012 gemeinsam mit unseren SOG-Partnern an ratsuchende Zielgruppen heranzutragen“, so Sahin. „Dabei wollen wir nach Möglichkeit alle Zielgruppen berücksichtigen, auch die internationalen Studierenden im Saarland!“

Das IQ-Gründungsbüro, in dem Faruk Sahin tätig ist, wird in Zukunft zudem noch enger mit dem Gründercampus der htw saar zusammen arbeiten. Ansprechpartner sind Faruk Sahin, Stefanie Valcic-Manstein (beide IQ Gründungsbüro) und Anna Köth (htw saar).