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Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
 

Rehlinger: Frauenquote wird in der Arbeitswelt alte Denkmuster auflösen

Pressemitteilung vom 06.03.2015 - 13:00 Uhr
Die Frauenquote kommt: Der Bundestag hat das von der großen Koalition erarbeitete Gesetz zur Frauenquote verabschiedet. © Sven Hoffmann - Fotolia.com
Die Frauenquote kommt: Der Bundestag hat das von der großen Koalition erarbeitete Gesetz zur Frauenquote verabschiedet. © Sven Hoffmann - Fotolia.com

Das „Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar“ will die Beschäftigungsquote von Frauen deutlich erhöhen. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hält dies für „möglich und notwendig“. Sie geht davon aus, dass bis 2025 im Saarland rund 19.000 Frauen zusätzlich als Fachkräfte gewonnen werden können. Dies sagte sie im Vorfeld des Internationalen Frauentags am 8. März.

Nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung belegt das Saarland bei der Beschäftigungsquote von Frauen mit 47 Prozent im Moment noch den letzten Platz der Flächenländer. Der Bundesdurchschnitt liegt 5 Prozentpunkte höher, und im internationalen Ranking liegt Deutschland selbst bisher höchstens im Mittelfeld.

Rehlinger: „Das müssen wir ändern. Nicht nur aus Gründen der Gleichstellung, auch aus Gründen der Demografie brauchen wir mehr Frauen in der Arbeitswelt. Keine öffentliche Verwaltung und kein Wirtschaftsstandort kann es sich auf Dauer leisten, auf Know-how und Einsatzfreude gut ausgebildeter Frauen zu verzichten.“ Das vom saarländischen Kabinett beschlossene Landesgleichstellungsgesetz sei ein wesentlicher Beitrag zur Schaffung von Chancengleichheit.

Man habe zwar in den letzten Jahren aufgeholt, doch gebe es noch einigen Spielraum, um Frauen bessere Jobchancen zu ermöglichen. Die am Freitag vom Bundestag beschlossene Frauenquote auf Führungsebene sei ein großer Schritt nach vorn: „Das ist ein klares Signal. Ich erwarte, dass die Quote in der Wirtschafts- und Arbeitswelt ein Umdenken auslöst, dass sich alte Denkmuster Schritt für Schritt auflösen.“ Es gehe allerdings nicht nur um Top-Führungspositionen, sondern um alle Unternehmensebenen. Im saarländischen Mittelstand setze sich diese Erkenntnis immer mehr durch.

Dreh- und Angelpunkt sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Rehlinger: „Familienfreundliche Maßnahmen müssen nicht teuer sein. Für jeden Betrieb, ob Kleinunternehmen, Mittelständler oder Großbetrieb, gibt es geeignete Lösungen. Oft bewirken bereits kleine organisatorische Veränderungen, dass Mütter und Väter ihre Berufstätigkeit und ihre familiären Aufgaben in Einklang bringen können“, so die Ministerin. Es gebe dazu noch „eine große Motivationsaufgabe“, an deren Erledigung sich das Wirtschaftsministerium aktiv beteilige.

Auch bei den Unternehmensgründungen und -übernahmen sollen Frauen stärker als bisher zum Zug kommen. Der Frauenanteil bei den Unternehmensgründungen liegt im Saarland nur bei etwa 39 Prozent. Die Landesregierung will den Anteil der von Frauen gegründeten und geführten Unternehmen deshalb weiter erhöhen.