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Arbeitsmarkt - Gute Arbeit im Saarland
 

Zukunftsbündnis Fachkräfte Saar will mehr berufliche Weiterbildung

28.11.2016

Die berufliche Weiterbildung soll im Saarland noch gestärkt werden. Das ist Konsens des Zukunftsbündnisses Fachkräfte Saar (ZFS), das am Montag, 28. November, unter Leitung von Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger tagte. Das Bündnis beschloss ein Arbeitsprogramm, das für die nächsten Jahre zusätzliche Anstrengungen vorsieht. „Wir wollen mehr Weiterbildung, weil sie die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen erhöht und gleichzeitig den Beschäftigten neue Chancen gibt“, sagte die Ministerin. Ab 2017 soll ein jährliches Symposium „Zukunft der Weiterbildung“ die Entwicklungslinien abstecken.

Alle Bündnispartner wollen ihren Beitrag dazu leisten, verstärkt für die berufliche Weiterbildung zu motivieren. Unternehmen und Beschäftigte werden dabei gleichermaßen angesprochen. Das Angebot an Unterstützungsmöglichkeiten sei im Saarland gut, es komme darauf an, Bewusstsein und mehr Transparenz zu schaffen, damit es noch besser genutzt wird, so die Ministerin.

Für mehr Transparenz soll künftig auch eine neue Informationsplattform im Internet sorgen. Sie wird für Unternehmen und Beschäftigte einen Überblick über alle aktuellen Weiterbildungsmaßnahmen bieten, aber auch Hinweise auf die Möglichkeiten finanzieller Förderung.

Die Weiterbildungsberatung kleiner und mittlerer Unternehmen durch das Programm WBB Saar soll intensiviert und verstetigt werden. Auch eine längere Beratungszeit im Einzelfall soll möglich gemacht werden. Das Zukunftsbündnis empfiehlt, die Laufzeit des Beratungsprogramms bis 2020 auszudehnen. Für das Förderprogramm „Kompetenz durch Weiterbildung KdW“, mit dem Qualifizierungsprojekte unterstützt werden, wollen die Partner offensiver werben. Im Übrigen werden sie das Förderprogramm WeGebAU der Bundesagentur für Arbeit verstärkt als präventive Maßnahme zur Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit gering qualifizierter und älterer Arbeitnehmer anbieten.

Um auch die akademische Weiterbildung auszubauen, wird ein „Forum“ geschaffen, in dem die Landesregierung, die Hochschulen sowie Vertreter der Wirtschaft und die Arbeitnehmerseite zusammenarbeiten, um die akademische Weiterbildungsaktivität bedarfsorientiert zu erhöhen.

Im neuen Landesprogramm zur Förderung von Weiterbildung und Qualifizierung in saarländischen Großunternehmen sieht das ZFS einen „wichtigen Baustein zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit saarländischer Unternehmen im internationalen Markt“. Dass Wirtschaftsministerin Rehlinger in der nächsten Legislaturperiode einen Meisterbonus für angehende Meister und Techniker einführen will, wird vom Zukunftsbündnis ausdrücklich begrüßt. Dies sei ein wesentlicher Beitrag dazu, die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung voranzubringen.

Rehlinger: „Oft wird der Wert von Weiterbildung für die persönliche Entwicklung nicht erkannt. Auch Unternehmen sehen nicht immer die Bedeutung der Weiterbildung für die längerfristige Sicherung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Das Zukunftsbündnis will daher für das Thema sensibilisieren und gleichzeitig auf das bestehende, breit gefächerte Angebot an Weiterbildungsmaßnahmen aufmerksam machen.“

Statements

  • Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit: „Berufliche Weiterbildung bedeutet für Beschäftigte mehr Jobsicherheit, mehr Herausforderung und mehr Aufstiegschancen. Die Agentur für Arbeit unterstützt hierbei mit zahlreichen Informationen sowie verschiedenen Fördermöglichkeiten und -programmen. Eine Berufsausbildung ist eine solide Basis für die berufliche Zukunft. Die schnelle technische Entwicklung erfordert allerdings eine permanente Anpassung und ein ständiges Weiterlernen. Unternehmen muss es bewusst sein, dass gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein Gewinn für ihr Unternehmen sind. Das Programm WeGebAU leistet hierzu einen Beitrag.
  • Dr. Arnd Klein-Zirbes, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer des Saarlandes: „Die berufliche Bildung wird weiter an Bedeutung gewinnen. Die Digitalisierung stellt neue und vielfältige Anforderungen an Unternehmen und ihre Mitarbeiter. Die Arbeitswelt verändert sich und das wird zweifelsohne Auswirkungen auf die berufliche Bildung haben, so zum Beispiel hinsichtlich der Vernetzung der Lernorte. Dies gilt für Großunternehmen genauso wie für kleine und mittlere Unternehmen.“
  • Thomas Otto, Hauptgeschäftsführer der Arbeitskammer des Saarlandes: „Weiterbildung und Qualifizierung gewinnen enorm an Bedeutung. Die Arbeitskammer fordert daher eine Qualifizierungsoffensive, auch angesichts der Digitalisierung und ihrer Auswirkungen auf die Berufe. Das gilt ganz besonders für benachteiligte Beschäftigungsgruppen, wie beispielsweise Menschen mit geringer Qualifikation oder prekärer Beschäftigung. Wir müssen gemeinsam eine Weiterbildungskultur schaffen, in der berufliche Weiterbildung zu einem selbstverständlichen Bestandteil des Erwerbslebens wird.“