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Landesbetrieb für Straßenbau
 

Landesbetrieb für Straßenbau untersucht Ampelmasten

Medieninformation vom 22.02.2017

22.02.2017
Bei der Standsicherheitsprüfung wird der Mast durch künstlich erzeugte Windlast auf Biegung beansprucht. Zur Auswertung der Prüfung dient ein elektrosensorisch erstelltes Kraft-Weg-Diagramm.
Bei der Standsicherheitsprüfung wird der Mast durch künstlich erzeugte Windlast auf Biegung beansprucht. Zur Auswertung der Prüfung dient ein elektrosensorisch erstelltes Kraft-Weg-Diagramm.

Vielfach unbeachtet verrichten die Trägersysteme von Ampelanlagen im Straßenverkehr wie selbstverständlich ihren Dienst. Die Masten und vor allem auch ihre Ausleger (Peitschenausleger) über mehrstreifigen Fahrbahnen sind in luftigen Höhen über Jahrzehnte hinweg Wind und Wetter ausgesetzt, haben beständig mit Hebelkräften, Verwitterungs- und Korrosionseinflüssen zu kämpfen. Schäden durch Materialermüdung und -abnutzung sind mit dem bloßen Auge vielfach nicht zu erkennen, können daher zur unvermittelt Verkehrsgefahr werden. Eine bundesweit angelegte Studie hat gezeigt, dass in Deutschland rund 3,3 % aller Lichtmasten, Signalanlagen, Flutlichtmasten, Verkehrszeichen und ähnlichen Vorrichtungen sichtbare und/oder unsichtbare Schäden aufweisen.
Dieser latenten Gefahr tritt der Landesbetrieb für Straßenbau durch systematische Kontrollen von Ampelmasten entgegen. Ab Februar 2017 beginnt ein neuer Prüfzyklus. In den nächsten sechs Jahren wird die Lübecker Roch Services GmbH alle Anlagen in der Unterhaltungslast des LfS inspizieren. In einem europaweit patentierten Verfahren wird sie die Standsicherheit aller  Lichtsignalanlagen beurteilen, wobei das Augenmerk gleichermaßen auf Masten und Fundamente gerichtet ist.
Das Prüfverfahren hat für den LfS neben Rechts- und Planungssicherheit bei der Unterhaltung der Anlagen auch wirtschaftliche Vorteile. Zu einen bieten die Prüfergebnisse Aufschluss über die Qualität neu errichteter Anlagen und gegebenenfalls belastbare Fakten bei der Klärung von Gewährleistungsansprüchen. Zum anderen beugen die turnusmäßigen Prüfungen Verkehrsgefahren durch statische Mängel an alten Anlagen vor. Dabei bieten die detaillierten Prüfungsergebnisse die Gewähr, dass zweifelsfrei nur schadhafte Masten ausgetauscht werden. Die Bescheinigung der Standsicherheit aller übrigen Masten gilt für sechs Jahre und somit bis zum Beginn des neuen Prüfungszyklusses. So lange übernimmt das Unternehmen die Gewährleistung für seine Messergebnisse. Rund 50 Euro kostet das Land die Prüfung einzelner Masten einschließlich Dokumentation und Handlungsempfehlung.
Für das Jahr 2017 stehen Prüfungen an 42 Anlagen mit 289 Masten in Homburg und Dillingen an.
Nähere Informationen zum Prüfverfahren unter http://www.roch-services.de/standsicherheit/rochverfahren.
Hintergrund:
Ampelanlagen – viel mehr als lästige Hindernisse!
Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) ist im Saarland ist für die Unterhaltung von rund 2000 Kilometern Straße verantwortlich. Rund 600 Kilometer davon sind Ortsdurchfahrten mit zahllosen Einmündungen kommunaler Straßen. Insbesondere hier gilt es, übergeordnete und größere Verkehrsströme sicher und komfortabel mit dem kommunalen Verkehr zu verknüpfen, Fußgängern das gefahrlose Überqueren der Fahrbahn zu ermöglichen und den Verkehr in Engstellen zu regeln. Dies geschieht vielfach durch Ampeln, die in der Straßenverkehrsordnung als Lichtzeichenanlagen (LZA), unter Technikern Lichtsignalanlagen (LSA) bezeichnet werden. Auf seinen Straßen betreibt der LfS 383, Ampeln mit 1620 Masten.
Sie haben sich schon einmal als Verkehrsteilnehmer Gedanken über die Nützlichkeit der Anlagen gemacht. Sie fallen besonders auf, wenn sie mit Rotlicht an der Weiterfahrt hindern, und das für gefühlte Minuten. Das Warten bei Rotlicht gibt uns aber auch die Gelegenheit, die Zeit zu messen, die wir tatsächlich stehen –in aller Regel selbst bei komplexen Knotenpunkten mit mehreren Einmündungen  und Verkehrsströmen nicht länger als 70 Sekunden. In der Wartezeit haben wir zudem Gelegenheit zu beobachten, nach welcher Systematik die Signalanlage funktioniert und das Verkehrsgeschehen steuert. In den allermeisten Fällen erschließt sich dann die Steuerung der modernen Anlagen, die unter Berücksichtigung von Verkehrsmengen arbeiten und Wartezeiten auf ein notwendiges Mindestmaß reduzieren. Zwischenzeiten, in denen bisweilen kein Verkehr im Umfeld der Anlage fließt, werden für die Räumung der Verkehrsflächen nach Grünphasen benötigt. Denken wir hier an wartende Abbieger und insbesondere auch an Fußgänger und Menschen mit Handicap. Dauert die Wartephase aus nicht nachvollziehbaren Gründen zu lange, dann stehen die Techniker des Landesbetriebs für Rückfragen und Fehlermeldungen zur Verfügung.
In heutigen Signalanlagen kommt moderne LED-Technik zum Einsatz. Verglichen mit den älteren Anlagen bieten sie verbesserte Sichtbarkeit der Signalgeber bei schwierigen Lichtverhältnissen, längere Wartungsintervalle und geringeren Energieverbrauch.