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Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin
 

Empfang anl. des 6. Günter Rohrbach Filmpreises in der Landesvertretung Saarland

13.02.2017 -

Intensive und nachhaltige Filme konkurrierten im diesjährigen Finale um den sechsten Günter Rohrbach Filmpreis, den die saarländische Kreisstadt Neunkirchen alljährlich vergibt. Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer und Oberbürgermeister Jürgen Fried empfingen die Preisträger nun in der Berliner Landesvertretung. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung ging in diesem Jahr an die Produktion „Wild“.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer bei Ihrer Ansprache.
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer bei Ihrer Ansprache.

Nicolette Krebitz, die für Buch und Regie verantwortlich zeichnet und Bettina Brokemper erklären zu ihrem Beitrag: „Mit ‚Wild‘ hatten wir uns vorgenommen, die Geschichte einer Befreiung von gesellschaftlichen Konventionen gleichermaßen radikal wie poetisch zu erzählen. Dass dieses ästhetische und im besten Sinne des Wortes rücksichtslose Wagnis mit dem Hauptpreis des diesjährigen Günter Rohrbach Filmpreises ausgezeichnet wird, macht uns stolz und glücklich. Da Günter Rohrbach eine beindruckende Persönlichkeit der deutschen Filmgeschichte ist, fühlen wir uns ermutigt in seinem Sinne weiter Ausschau zu halten nach ungewöhnlichen Projekten, die ihren Fußabdruck in Filmgeschehen unseres Landes hinterlassen."

„Wild“ schildert die Beziehung einer jungen Frau zu einem Wolf. Zunehmend isoliert sie sich von ihren sozialen Bindungen, um den Wolf mehr und mehr an sich zu binden. Sie sprengt damit alle Fesseln bürgerlichen Lebens bis zur völligen Verwahrlosung. Die Reduktion auf tierische Instinkte und die Sehnsucht nach Freiheit stehen dabei im Vordergrund.

Alsbeste Darsteller wurden zwei hervorragende Schauspieler aus verschiedenen Werken mit einem Preisgeld von jeweils 3.000 Euro geehrt. Lilith Stangenberg, die die Hauptrolle in „Wild“ spielt und sich damit auch für Schauspieler außergewöhnlichen Herausforderungen stellen musste, wurde von der Jury für ihren Mut belohnt.

Der Preis für die beste männliche Hauptrolle ging an Sebastian Koch, der den Arzt im Euthanasie-Drama „Nebel im August“ verkörpert. Das Spannungsfeld zwischen freundlichem Auftreten und perfiden Handlungen, gelingt Koch derart intensiv, dass die Jury ihn dafür mit dem Preis als bester männlicher Darsteller auszeichnet.

Erstmals verlieh der Saarländische Rundfunk einen eigenen, mit 5.000 Euro dotierten Preis. Der stellvertretende Intendant Lutz Semmelrogge ehrte die Jungschauspieler Lena Urzendowsky und Ivo Pietzcker für ihre besonderen Leistungen. Lena Urzendowsky spielt in „Das weiße Kaninchen“ eine schüchterne 13-Jährige, die über das Internet Kontakte knüpft und so in einen Strudel aus erwachenden Gefühlen und sexueller Nötigung gerät. Die junge Frau freut sich über die Anerkennung.

Ivo Pietzcker, der in „Nebel im August“ nicht minder eindrucksvoll das Schicksal des jenischen Jungen darstellt, der von Heim zu Heim geschickt und schließlich ermordet wird, erinnerte in seiner kur-zen Dankesrede an die reale Figur, die der Handlung des Films zugrunde liegt.

DerPreis der Saarland Medien GmbH (3.500 Euro) ging in diesem Jahr an den Film „24 Wochen“. Das Drama um die Abtreibung eines kranken und behinderten Kindes findet einen besonders einfühlsamen Ton, der nicht zuletzt auch der Hauptdarstellerin Julia Jentsch zu verdanken ist. Der Regisseurin des Films, Anne Zohra Berrached gelingt es ohne übertriebenen Pathos, den Seelenkampf einer Mutter, die im Rampenlicht steht, nachzuzeichnen.

Mit dem Preis des Oberbürgermeisters (2.500 Euro) wurde Adolf Winkelmann für „Junges Licht“ ausgezeichnet. Winkelmann, der selbst aus dem Ruhrpott stammt und auch seinen Lebensmittelpunkt dort hat, zeigt in seinem Film das Leben in einer montanindustriellen Umgebung in den sechziger Jahren aus der Sicht eines pubertierenden Jungen.