Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Vertretung des Saarlandes beim Bund in Berlin
 

Empfang anlässlich der Internationalen Grünen Woche in der Landesvertretung

20.01.2017 -

Über 200 Gäste aus der Landwirtschafts- und Umweltbranche und zahlreiche Gäste aus der Landespolitik kamen zum traditionellen Empfang zur Grünen Woche: Landwirtschaftsminister Reinhold Jost und der Bevollmächtigte des Saarlandes beim Bund, Staatssekretär Jürgen Lennartz, freuten sich, darüber hinaus auch noch die saarländischen Produkt- und Ernteköniginnen begrüßen zu können.

Landwirtschaftsminister Reinhold Jost bei seiner Rede
Landwirtschaftsminister Reinhold Jost bei seiner Rede

Die Botschaft von Umwelt- und Landwirtschaftsminister Reinhold Jost anlässlich der Internationalen Grünen Woche (IGW) ist klar: Von Natur aus benachteiligte landwirtschaftliche Flächen dürfen nicht auch noch bei der Agrarförderung benachteiligt werden. 

„Wir müssen die Europäische Politik dazu bewegen, dass die Direktzahlungen für ungünstige Standorte mit niedrigem Ertragspotenzial, wie im Saarland, höher ausfallen als für günstige. Nur so können wir Landwirtschaft flächendeckend erhalten und nicht nur konzentriert in bestimmten Regionen“, betont  Jost in seiner Rede. Die Bauern im Saarland mit seiner deutschlandweiten Spitzenposition im Ökolandbau erbringen einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Kulturlandschaft und zum Schutz der Artenvielfalt.

Für Reinhold Jost ist auch klar, dass Tierschutz und Tierwohl in der in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden. „Tierwohl steht im unmittelbaren Zusammenhang mit der Qualität, und Qualität hat ihren Preis“, so Jost.

In all diesen Punkten ist er sich einig mit Dr. Michael Kopatz vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie. In seinem Impulsreferat beim Empfang in der saarländischen Landesvertretung  hat der Wissenschaftler weitere „Ökoroutinen“ auch mit Blick auf Landwirtschaft und Ernährung gefordert. So wie es mittlerweile durch politische Vorgaben routinemäßig üblich sei, etwa den Anschnallgurt anzulegen, müsse die Gesellschaft künftig dazu gebracht werden, Lebensmitteln eine angemessene Wertschätzung entgegenzubringen. Das bedeutet konkret beispielsweise, nicht auf der einen Seite 800 Euro für einen Grill auszugeben, aber dann an den Würstchen zu sparen.

Ökoroutinen seien in vielen Bereichen unseres Lebens mittlerweile selbstverständlich: Stromsparlampen, effiziente Kühlschränke und Waschmaschinen, Mülltrennung – das alles ist normal geworden. Routinen prägen unseren Alltag und ganz unbewusst profitieren wir dabei von den Regeln und Standards die dahinter stecken. So auch in der Landwirtschaft und bei der Tierhaltung: Lege-Hühner haben heute doppelt soviel Auslauf wie noch 2003.

Die etwa 200 Gäste waren begeistert von dem anschaulichen Vortrag des Referenten und stiegen beherzt in die Diskussion ein. Für die passende musikalische Umrahmung eines kurzweiligen Abends sorgte die Big Band des Polizeiorchesters. Der Empfang in der saarländischen Landesvertretung ist seit Jahren ein Highlight unter den Veranstaltungen zur IGW.