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Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
 

Chance für Langzeitarbeitslose: Landesprogramm ASaar übertrifft die Erwartungen

Pressemitteilung vom 08.05.2014 - 16:00 Uhr
Arbeitsministerin Anke Rehlinger im Gespräch mit Bärbel-Heil-Trapp, Leiterin der Abteilung Jugendberufshilfe. Foto: © MWAEV
Arbeitsministerin Anke Rehlinger im Gespräch mit Bärbel-Heil-Trapp, Leiterin der Abteilung Jugendberufshilfe. Foto: © MWAEV

Mit dem Arbeitsmarktprogramm ASaar haben das Wirtschaftsministerium und seine Partner in anderthalb Jahren rund 1.100 zusätzliche Jobs für Langzeitarbeitslose geschaffen.
Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger zeigte sich bei einer Zwischenbilanz zufrieden: „ASaar hat sein Ziel erreicht und die Erwartungen sogar übertroffen. Dies war möglich durch ein außerordentliches Engagement der Beteiligten.“ Das Zusammenspiel zwischen dem Ministerium, den Jobcentern und Landkreisen sowie den Beschäftigungs- und Bildungsträgern habe hervorragend funktioniert.
Insgesamt wurden seit Anfang 2013 rund 2.450 Arbeitsplätze gefördert. Sie werden in etwa 100 Projekten zur Verfügung gestellt. Ministerin Rehlinger sieht die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit als vorrangiges Ziel der Landesregierung: „Wir haben gegenüber Menschen, die lange ohne Arbeit sind, eine gesellschaftliche Verpflichtung. Um ihnen eine berufliche und persönliche Perspektive zu bieten, brauchen wir die öffentlich geförderte Beschäftigung.“
Trotz finanzieller Notlage nimmt das Land zu diesem Zweck seit letztem Jahr 15 Millionen Euro zusätzlich in die Hand. Diese Haushaltsmittel stehen zunächst für drei Jahre zur Verfügung und ergänzen die rund 3 Mio. Euro EU- und Landesmittel, die jährlich ohnehin in die Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit fließen. Förderschwerpunkte sind sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse, Arbeitsgelegenheiten und Bürgerarbeit.
Rehlinger: „Besonders bemerkenswert ist: Trotz Kürzungen des Bundes im Eingliederungstitel der Jobcenter konnten im ersten ASaar-Jahr 95 zusätzliche sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse gefördert werden. Diese Zahl wollen wir 2014 weiter erhöhen.“
Bei der Betrachtung des Jahres 2013 ergibt sich folgendes Bild: Es wurden insgesamt 92 Projekte mit 2.155 Arbeitsplätzen gefördert.
 
Sie verteilen sich wie folgt auf die Förderschwerpunkte:

• 43 Projekte mit 975 Plätzen für Arbeitsgelegenheiten, davon 485 in Kombination mit Aktivierung/Qualifizierung.
• 29 Projekte mit 1.085 Plätzen zur Flankierung von Bürgerarbeit und Arbeitsverhältnissen.
• 20 Projekte mit 95 Plätzen für Prämien für Arbeitsverhältnisse.

ASaar ermöglicht im Rahmen einer anteiligen Finanzierung – auch unter Nutzung der finanziellen Mittel der Jobcenter sowie der Mittel des Europäischen Sozialfonds und weiterer Landesmittel – den nachhaltigen Aufbau einer öffentlich geförderten Beschäftigung. Das Programm zielt darauf ab, den Langzeitarbeitslosen durch Arbeitsanleitung oder Betreuung zusätzliche fachpraktische und soziale Kompetenzen zu vermitteln. Darüber hinaus erhalten insbesondere langzeitarbeitslose Erwachsene eine an den individuellen Bedürfnissen ausgerichtete Begleitung im Rahmen eines Case Managements. Zudem wird durch Prämien für Arbeitgeber deren Motivation gestärkt, sozialversicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse anzubieten. Vor diesem Hintergrund wird sich Ministerin Rehlinger „auf Bundesebene auch weiterhin mit Nachdruck für die Erhaltung und Umschichtung von Mitteln für die öffentlich geförderte Beschäftigung einsetzen“.
„Bei der Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit ist die Politik auf kompetente Partner angewiesen“, sagte die Ministerin. Im Saarland gebe es viele von ihnen – in Wirtschaft und Verwaltung, in Verbänden und Gewerkschaften, in Jobcentern und Kommunen bis hin zu den Kirchen und freien Organisationen. Beispielhaft zeige dies das Engagement des Diakonischen Werks an der Saar (DW). Allein am DW-Standort Völklingen werden sechs Projekte mit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern umgesetzt.

ASaar aus der Sicht des Diakonischen Werks an der Saar
„Nach den gravierenden arbeitsmarktpolitischen Kürzungen und der sogenannten Instrumentenreform des Bundes hat die Förderung durch das Landesprogramm ASaar verhindert, dass der bestehende Maßnahmenverbund des Diakonischen Werkes an der Saar in Völklingen völlig zerschlagen wurde“, sagte Diakoniepfarrer Udo Blank. Damit sei die Beschäftigung Langzeitarbeitsloser in diesem Jahr weiterhin möglich.
Langfristig sei das Problem jedoch nicht gelöst. Durch das Auslaufen der Bürgerarbeit Ende 2014 drohten erneut Maßnahmen wegzubrechen. Blank forderte von der Bundesregierung, neue Wege einer vernünftigen Arbeitsmarktpolitik für Langzeitarbeitslose zu finden und für gesellschaftliche Teilhabe statt Ausgrenzung einzutreten. Er plädierte für einen öffentlich geförderten Arbeitsmarkt für leistungsgeminderte Menschen und eine alternative Arbeitsmarktpolitik, die nicht Arbeitslosigkeit, sondern angepasste Beschäftigungsmöglichkeiten finanziert.
„ASaar ermöglicht für die Teilnehmenden die fachpraktische Anleitung und sozialpädagogische Betreuung“, ergänzte Bärbel Heil-Trapp, Abteilungsleiterin Jugendberufshilfe beim DW Saar. Dies sei ein wichtiger Beitrag  zur beruflichen Entwicklung und Stabilisierung der Langzeitarbeitslosen.

Beispielhafte Projekte

In Völklingen hält das Diakonische Werk eine ganze Reihe arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen vor, die durch ASaar flankiert werden. Im DiakonieKaufhaus Völklingen und den angeschlossenen Projek-ten erhalten 98 langzeitarbeitslose Menschen eine sinnstiftende und ihren Fähigkeiten angepasste Beschäftigung und Qualifizierung. Zu ihren Aufgaben gehören unter anderem die Abholung und Aufbereitung gespendeter Waren wie Möbel, Textilien und Haushaltwaren, der Verkauf und die Kundenbetreuung sowie die fachgerechte Lagerung der Gebrauchtwaren. Außerdem leisten sie gemeinnützige Arbeiten im Auftrag der Stadt Völklingen, die der Entwicklung einer touristischen und sozialen Infrastruktur zugute kommen, sie betreiben  eine Fahrrad-Verleih-Station am Weltkulturerbe Völklinger Hütte und führen Erhaltungs- und Sanierungsarbeiten sowie Landschaftspflegemaßnahmen auf dem Gelände des Weltkulturerbes durch.
Im Rahmen des Modellprojekts „Perspektiven in Betrieben“ stellt das DW durch Unterstützung von ASaar das „Coaching“ der insgesamt neun Beschäftigten bei Saarstahl (Beschäftigungsgesellschaft GBQ Saar, Saarbandstahl und Schweißdraht Luisenthal) dar.
Die Projekte werden des Weiteren finanziert aus Mitteln des Jobcenters Regionalverband Saarbrücken, des Bundes und des Europäischen Sozialfonds, des Regionalverbandes Saarbrücken, der Stadt Völklingen, der Weltkulturerbe Völklinger Hütte GmbH und aus Mitteln der evangelischen Kirche.