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Arbeitsmarkt - Gute Arbeit im Saarland
 

Ausbildung schafft Integration: Anke Rehlinger im Dialog mit geflüchteten Jugendlichen

28.09.2016
Kofi Edu, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, Najibullah Noori und Christian Pfennig in der Maler- und Lackiererinnung des Saarlandes. © MWAEV
Kofi Edu, Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, Najibullah Noori und Christian Pfennig in der Maler- und Lackiererinnung des Saarlandes. © MWAEV
Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger will sich ein Bild davon machen, wie die Integration von jugendlichen Geflüchteten in der Praxis gelingt. Im Rahmen der Motivationskampagne „Perspektive Handwerk“ besucht sie daher in den kommenden Wochen verschiedene Handwerksbetriebe, die geflüchtete Jugendliche ausbilden. Ein solcher Betrieb ist das Saarbrücker Handwerksunternehmen Maler Pfennig. Am Mittwoch, 28. September traf sich die Ministerin im Bildungszentrum der Maler- und Lackiererinnung des Saarlandes mit geflüchteten Jugendlichen, die bei Maler Pfennig eine berufliche Erstausbildung erhalten.

„Wir müssen die Integration der Zuwanderer in Ausbildung und Beschäftigung aktiv begleiten, damit gerade jugendliche Geflüchtete die Chance auf eine erfolgreiche Zukunft bei uns haben. Das direkte Feedback der Jugendlichen ist mir wichtig, ebenso das der Ausbilder und Chefs. Nur so kann ich erfahren, wie das Zusammenspiel in den Betrieben funktioniert und wo es Verbesserungsbedarf gibt.“

Bei einem Rundgang durch das Bildungszentrum schaute die Ministerin den Auszubildenden über die Schulter und sprach zunächst mit den Ausbildungsmeistern über ihre Einschätzungen und Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit  den geflüchteten Jugendlichen, die zurzeit im Bildungszentrum eine Ausbildung erhalten. Im Anschluss sprach Anke Rehlinger dann mit dem Geschäftsführer von Maler Pfennig, Christian Pfennig, und den Auszubildenden Najibullah Noori aus Afghanistan und Kofi Edu aus Ghana. Najhibullah Noori ist Auszubildender im zweiten Lehrjahr, sein Kollege Kofi Edu ist in seinem ersten Ausbildungsjahr bei Maler Pfennig beschäftigt.

Unterstützt wird die Ausbildung im Malerbetrieb Pfennig durch den Bildungsträger GSE (Gemeinnützige Gesellschaft für Sozialeinrichtungen des Arbeiter-Samariter-Bunds). Die GSE ist einer der Bildungsträger, die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums das ESF-Programm „Ausbildung jetzt“ umsetzen. Das Programm hat die Ausbildungsbegleitung von Jugendlichen mit Förderbedarf zum Ziel. Jugendliche Geflüchtete erhalten unabhängig vom Aufenthaltsstatus individuelle Unterstützung vor und während der Ausbildung. Auch für die ausbildenden Betriebe ist die Betreuung eine wertvolle Hilfestellung, denn oft sind Sprachbarrieren und unterschiedliche kulturelle Hintergründe für die Ausbilderinnen und Ausbilder eine Herausforderung.

Ulrike Hayer, die für die Gemeinnützige Gesellschaft für Sozialeinrichtungen des ASB mbH (GSE) alle Auszubildenden des Malerbetriebs betreut, nahm ebenfalls am Gespräch teil. „Neben dem Stütz- und Förderunterricht, sowie der Sprachförderung mit Deutsch als Zweitsprache, initiieren wir im Rahmen der sozialpädagogischen Begleitung auch den Prozess der interkulturellen Öffnung. Der Abbau möglicher Selektionsmechanismen, bestehender Zugangsbarrieren und Stigmatisierungen sind essentielle Bausteine unserer kultursensiblen Förderung. Dies soll den jugendlichen Geflüchteten die Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen ebenso ermöglichen wie einen gleichberechtigten Zugang zur betrieblichen Ausbildung mit dem Ziel des erfolgreichen Berufsabschlusses. Wesentlicher Bestandteil unserer Umsetzungsstrategie sind hierbei individuell zugeschnittene Netzwerke aller relevanten Akteure am regionalen Ausbildungsmarkt.“

Nach ihrem Besuch in der Maler- und Lackiererinnung wird Anke Rehlinger am 7. Oktober mit einem jugendlichen Geflüchteten sprechen, der im Betrieb des Orthopädieschuhmachermeister Georg Weiskircher in Neunkirchen eine Ausbildung macht.