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Arbeitsmarkt - Gute Arbeit im Saarland
 

Rehlinger: Altersarmut bekämpfen, Frauenrenten anheben

04.08.2016
Ein Rückkehrrecht in Vollzeitbeschäftigung könne dann sinnvoll sein, wenn auf eine Elternpause im ersten SChritt eine Phase der Teilzeitbeschäftigung folgt, so Arbeitsministerin Anke Rehlinger. Foto: © Gina Sanders - fotolia.com
Ein Rückkehrrecht in Vollzeitbeschäftigung könne dann sinnvoll sein, wenn auf eine Elternpause im ersten SChritt eine Phase der Teilzeitbeschäftigung folgt, so Arbeitsministerin Anke Rehlinger. Foto: © Gina Sanders - fotolia.com

Angesichts der Zahlen des aktuellen Rentenatlas fordert Arbeitsministerin Anke Rehlinger eine Reform des Rentensystems. Saarländische Frauen erhalten im Durchschnitt 491 Euro Rente im Monat, Neurentnerinnen sogar lediglich 452 Euro. Damit bekommen Frauen im Saarland bundesweit die niedrigsten Renten.

„Saarländische Frauen verdienen ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen. Die logische Konsequenz ist, dass Altersarmut im Saarland eindeutig weiblich ist“, so Arbeitsministerin Rehlinger. Änderungen auf dem Arbeitsmarkt seien daher ebenso notwendig wie eine Reform des Rentensystems.  „Nichts machen geht nicht mehr, wir müssen handeln: Eine gerechte Rente muss in Zukunft wieder dafür sorgen, dass Frauen in unserem Land auch im Alter ihren Lebensstandard absichern können.“

Rehlinger setzt sich daher ebenso für die Erhöhung der Frauenerwerbsbeteiligung ein wie auch für die Angleichung der Gehälter von Frauen und Männern. Sie fordert dazu das Rückkehrrecht in eine Vollzeitbeschäftigung, wenn auf eine Elternpause im ersten Schritt eine Phase der Teilzeitbeschäftigung folgt.  Für mindestens fünf Jahre solle dieses Rückkehrrecht garantiert werden, damit auch Frauen wieder die Chance auf einen vollen Verdienst hätten.

Ein Entgeltgleichheitsgesetz könne dann auch nach dem Abschied aus dem Arbeitsleben eine faire Rente für Frauen sicherstellen. Eine Rentenreform sieht Arbeitsministerin Anke Rehlinger aber als unumgänglich an, um die strukturelle Benachteiligung von Frauen während des Erwerbslebens abzufangen.

„Mit der Stabilisierung des Rentenniveaus und der Einführung einer solidarischen Mindestrente könnten wir einen substantiellen ersten Schutzschirm gegen Altersarmut aufspannen. Darüber hinaus sollten wir die Regelungen der Hinterbliebenenrente kritisch hinterfragen: Neben dem Rentenniveau bei Witwer- und Witwenrenten sind auch die Anrechnungsmodalitäten zu überprüfen. Denn verstirbt eine Partnerin oder ein Partner, halbieren sich nicht automatisch die Lebenshaltungskosten für die oder den Hinterbliebenen“, so Rehlinger weiter.

Nur wenn man die Bedingungen während und nach der Erwerbstätigkeit verbessere, könne man die Rente für Frauen im Saarland nachhaltig steigern. Es gehe auch darum, das Saarland zu einem Ort zu machen, an dem Frauen genauso gut leben können wie Männer. „Damit gelingt es uns auch, den Zusammenhalt in unserem Land nachhaltig zu sichern“, so die Ministerin.