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Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr
 

Millionenprojekt Illtalbrücke: Beseitigung eines lästigen Nadelöhrs

Pressemitteilung vom 09.02.2017 - 15:00 Uhr

Die Arbeiten an der Illtalbrücke bei Eppelborn haben begonnen. Verkehrsministerin Anke Rehlinger sieht das Millionen-Projekt an der Autobahn A1 als „Beseitigung eines lästigen Nadelöhrs und erheblichen Gewinn für Verkehrsfluss und Verkehrssicherheit“. Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) hat mit der Einrichtung der Großbaustelle begonnen. Der Aufbau soll Ende Februar abgeschlossen sein. „Das Bauwerk wird aktuell von rund 26.000 Fahrzeugen täglich genutzt. Wir brauchen auf dieser wichtigen Achse der A1 dringend bessere Bedingungen. Unser Ziel ist es daher, den Brückenteil in Fahrtrichtung Saarbrücken komplett zu erneuern und zu verbreitern“, so die Ministerin. Wegen der Schadensbilder, die bei der Bauwerksprüfung festgestellt wurden, sei der Abschnitt seit 2013 gesperrt.

Der Verkehr wurde seither über die Richtungsfahrbahn Trier umgeleitet. Rehlinger: „So wird es auch während Abriss und Neubau sein. Eine Vollsperrung ist aus technischen Gründen nur kurzzeitig notwendig, um das Baufeld sicher einrichten zu können.“ Der LfS geht davon aus, dass dies ab 10. Februar abends bis 13. Februar morgens der Fall sein wird. Eine weitgehend parallel verlaufende Umleitung wird ausgeschildert.

Die Illtalbrücke stammt aus dem Jahr 1963 und ist auf der Seite der Richtungsfahrbahn Saarbrücken 149 Meter lang. Sie führt die A1 über die B10, die Ill und ein Gleis der Deutschen Bahn. Mit 8.50 Metern Breite ist die Fahrbahn „nach heutigen Maßstäben unterdimensioniert“, urteilt der LfS. Im Übrigen sei die Brücke wie oft in den 60-er Jahren „unter dem Diktat der schnellen, kostengünstigen und insbesondere Material sparenden Bauweise errichtet“. Daraus folge, dass es unter heutiger Verkehrsbelastung zu Tragfähigkeitsproblemen kommen könne.

Der LfS hatte daher vor vier Jahren die Bausubstanz vorsorglich mit Ultraschall auf Schäden im Inneren der Brücke untersucht. Die Untersuchung ergab, dass Bauteile (Spannköpfe) aufgrund der hohen Chloridbelastung des Überbaus durch Korrosion geschädigt sind. Eine weitere Nutzung des Teilbauwerks war nicht mehr zu vertreten.

„Wir haben wie bei der Fechinger Talbrücke die Situation, dass nicht mangelnde Kontrolle oder Unterhaltung Probleme verursachen, sondern bauartbedingte Schwächen der Konstruktion“, so Ministerin Rehlinger. Die Teilbrücke mit der Richtungsfahrbahn Trier hat diese Schwächen nicht, sie ist erst 1974 nach anderen Maßstäben gebaut worden.

Das geplante neue Bauwerk ist breiter als das vorhandene. Daher wurde ein umfassendes Baurechtsverfahren notwendig. Der künftige Querschnitt von 12,50 Metern ermöglicht die Verlängerung der Auffahrtsspur in Richtung Saarbrücken. Die Fahrbahnbreite der angrenzenden Straßen wird entsprechend angepasst. Im Innenohr der Auffahrt von der B10 zur A1 in Richtung Saarbrücken wird ein Regenrückhaltebecken mit vorgeschaltetem Absetzbecken entstehen.

Das Bauwerk liegt in Vogelschutz-, Naturschutz-, FFH- und Landschaftsschutz-Gebieten. Im Verfahren waren somit nicht nur die Belange der durch EU-Recht streng geschützten Fledermausart Großes Mausohr zu berücksichtigen, sondern alle Einflüsse auf Natur und Landschaft. Eine Genehmigung des Projekts sei sonst unmöglich gewesen, so der LfS.

Der Abriss soll im zweiten Quartal 2017 beginnen, der Neubau dann im ersten Quartal 2019 fertig sein. Die Gesamtbaukosten in Höhe von 13,4 Mio. Euro werden zu 100 Prozent vom Eigentümer Bund getragen. Die Kosten für die Planung und die Bauaufsicht belaufen sich voraussichtlich auf etwa 1,5 Mio Euro. Davon übernimmt der Bund nur einen geringen Teil. Rehlinger: „Vor dem Hintergrund der künftigen Zuständigkeit des Bundes erwarte ich, dass hier wie bei anderen Projekten die tatsächlichen Planungskosten übernommen werden. Das gibt uns mehr Spielraum für die Instandsetzung der Landstraßen.“