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Landesbetrieb für Straßenbau
 

Ausbildungsinitiative des Landesbetriebs für Straßenbau geht weiter - LfS-Nachwuchs auf dem praktischen Prüfstand

Medieninformation vom 02.05.2017

02.05.2017
stehend v. l. Pascal Weyand, Jeremy Fauß, Jan Heinrich, Thomas Müller, Niclas Göretz, Philipp Heinrich, Kolonnenführer Oliver Fischbach   kniend v. l. Fabian Dörr, Janine Küpper, LfS-Chef Michael Hoppstädter, Ausbildungsleiter Marco Klein
stehend v. l. Pascal Weyand, Jeremy Fauß, Jan Heinrich, Thomas Müller, Niclas Göretz, Philipp Heinrich, Kolonnenführer Oliver Fischbach kniend v. l. Fabian Dörr, Janine Küpper, LfS-Chef Michael Hoppstädter, Ausbildungsleiter Marco Klein

Nachwuchsförderung wird beim Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) groß geschrieben. Der LfS bildet nach 2010 und 2012 zum dritten Mal in Folge Straßenwärter zur Deckung des Eigenbedarfes im Betriebsdienst aus. Seit dem Sommer 2015 werden acht Auszubildende für die vielfältigen Aufgaben im Straßenbetriebsdienst fit gemacht.
In den ersten Monaten haben die jungen Leute neben dem Blockunterricht am Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum in Neunkirchen praktische Arbeit in fünf Meistereien geleistet und beim AGV Bau Tiefbauarbeiten gelernt. Pflastern, das Setzen von Borden, Rinnen und Straßenteilern standen hier unter anderem auf dem Programm.
Einen Monat vor der Zwischenprüfung nutzen LfS-Chef Michael Hoppstädter und Ausbildungsleiter Marco Klein die Gelegenheit, sich ein Bild über das erreichte Leistungsniveau des Nachwuchses zu verschaffen. Die sieben jungen Männer und eine Frau arbeiten im Rahmen einer Projektwoche im unmittelbaren Umfeld des Dienstgebäudes der Straßenbauverwaltung. Hier stehen verschiedene Unterhaltungsarbeiten an: die Anlegung eines Asphaltstreifens in der Entladezone vor dem Bistro, das Verlegen von Verbundsteinen, das Setzen von Tiefborden und Pollern, der Einbau von Steigrohren zur Unterhaltung der Entwässerung und das Anlegen von Grünflächen.
Oliver Fischbach übernimmt dabei Logistik und Koordination der Gewerke. Neben seinem Tagesgeschäft als Kolonnenführer in der Straßenmeisterei St. Wendel hat sich Fischbach der Jugendarbeit verschrieben und  betreut inzwischen seine dritte Ausbildungskolonne.
Im Anschluss an die Zwischenprüfung stehen für die jungen Leute neue Herausforderungen an. Dann heißt es ran an den Führerschein für LKW und die Lehrgänge zur fachkundigen Bedienung der Motorsäge in der Gehölzpflege.

Die Auszubildenden im Kurzportrait
Die jungen Leute hatten eine gemeinsame Triebfeder, die sie in Ausbildung zu Straßenwärtern führte: die abwechslungsreiche Arbeit an der frischen Luft und die Freude an handwerklicher Tätigkeit. Übereinstimmend erklären sie im Interview, Bürojobs oder monotone Fließbandarbeit seien für sie nicht in Frage gekommen.
Auf dem „klassischen Weg“ kam Philipp Heinrich aus Bietzen zum LfS. Nachdem er hier zunächst ein dreiwöchiges Schulpraktikum absolviert hatte, entschied er sich nach dem Schulabschluss für ein einjähriges Praktikum im Straßenbetriebsdienst. Danach war für den 20-Jährigen die Bewerbung Formsache. Heute ist er der Meisterei Merzig zugeordnet. Sein Engagement im Fußball hat Heinrich wegen des Verletzungsrisikos zurückgefahren. Die Ausbildung geht für ihn vor. Relaxed wird regelmäßig im Urlaub, bevorzugt in der Sonne am Meer.
Für Jeremy Fauß standen bei der Job-Suche körperliche Arbeit, Kameradschaftsgeist und Teamarbeit im Vordergrund. Da kam das Stellenangebot des LfS in der regionalen Presse gerade recht. Die Freizeit verbringt der 18-Jährige nicht nur beim Handball. Er entspannt bei Gartenarbeit und betätigt sich als Hobbylandwirt.
Auf sprichwörtlich „typisch saarländische“ Weise kam Thomas Müller in die Dienste des LfS. Schon sein Großvater war früher Kollege im Landesbetrieb, sein Vater und sein Bruder sind es heute noch. Diese Art der Familientradition erinnert stark an beste Bergbauzeiten. Im Straßenbetriebsdienst „noch nicht genug an der frischen Luft“ hilft der 18-Jährige im landwirtschaftlichen Familienbetrieb bei Ackerbau und Viehzucht.
Fabian Dörr (17), neuer Kollege in der Meisterei Lebach, blickt auf einen ähnlichen Weg zurück. Seine Mutter ist Leiterin der Straßenmeisterei St. Wendel. Die Freizeit verbringt der passionierte Landesligafußballer gerne auf seinem Motorrad und im Kreise seiner Reiterfamilie. 
In der Meisterei Sulzbach leistet der 17-jährige Niclas Göretz Dienst. Er spielte zunächst mit dem Gedanken, die Polizeilaufbahn einzuschlagen, bevor er den kurzen „saarländischen Weg“ ging. Eine seiner Klassenkameradinnen, die Tochter des Sulzbacher Straßen- und Autobahnmeisters und ein Straßenwärter dieser Außenstelle animierten Göretz zur Ausbildung beim LfS. Der begeisterte Fußballer verließ dazu die Talentschmiede des 1. FC Saarbrücken, um sich verstärkt seiner Ausbildung zu widmen. Ganz aufgegeben hat er sein Hobby allerdings nicht. Als vielseitig einsetzbarer Offensivspieler verstärkt heute den Kader der JFG Obere Saar in Auersmacher.
Die drei in der Meisterei Dillingen eingesetzten Auszubildenden eint eine gemeinsame Leidenschaft. Sie sind Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr. Der 17-jährige Pascal Weyand hat auch deshalb ein Faible für das Bedienen von Maschinen und Geräten und übernimmt gerne Verantwortung bei Verkehrssicherungen. Jan Heinrich hält sich in der Freizeit zudem sportlich fit. Der 18-Jährige spielt seit vier Jahren auf Verbandliganiveau Tennis. Janine Küpper ist mit Ihren 27 Jahren die älteste Auszubildende. Auf ihrer Suche nach einer dauerhaften beruflichen Perspektive hat die gelernte Einzelhandelskauffrau verschiedene Stationen durchlaufen. Nachdem der Bürojob ihr keine Erfüllung versprach, versuchte sie sich als Zustellerin bei einem Logistikunternehmen bevor sie in die Dienste des Gemeindebauhofs Nalbach eintrat. Hier entwickelte  ihr Interesse an Straßenbau und -unterhaltung. Große Teile ihrer Freizeit nicht nur als Betreuerin der Nalbacher Jugendwehr. Sie engagiert sich zudem beim Deutschen Roten Kreuz und als eine von bundesweit 1.800 „Zeitschenkern“ bei der Nestwärme e.V., einem gemeinnützigen Verein, der sich die Steigerung der Lebensqualität in Familien mit schwer kranken und behinderten Kindern zum Ziel gesetzt hat. Sportlichen Ausgleich sucht Küpper im Fußball. Hier stürmt sie im Landesligateam der SF Heidstock.

Hintergrund:
Die Kollegen in den acht Straßen- (und Autobahn-) Meistereien kümmern sich im Saarland um die Unterhaltung von rund 2.000 Kilometern Streckennetz. Sie leisten dabei wichtige Beiträge zur Verkehrssicherheit und zur Attraktivitätssteigerung des Saarlandes.
Die Aufgaben des Straßenwärters sind vielfältig: Sanierung von kleineren Straßenschäden, Betreuung von Entwässerungsanlagen, Winterdienst, Grünpflege an Straßenrändern, Unterhaltung von Radwegen, Beschilderung und signaltechnische Ausstattung des Verkehrswegenetzes, Verkehrssicherung an Baustellen und vieles mehr wird ihnen nach erfolgreicher Prüfung abverlangt werden. Drei Jahre dauert die Ausbildung, danach sollen die jungen Menschen fit sein für den Einsatz auf Saarlands Straßen.
Auf der Suche nach geeignetem Fachkräfte-Nachwuchs muss sich der LfS starker Konkurrenz durch die regionale Bauwirtschaft stellen. Hier gilt es, die Jugendlichen bei guten Leistungen mit einer sicheren Perspektive in den Diensten des Landes und vorbildlichen Arbeitsbedingungen zu überzeugen.
Im August 2010 hatte der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) erstmals nach zehn Jahren wieder zehn Jugendliche zur Ausbildung im Beruf des Straßenwärters eingestellt. 2012 und nun 2015 werden die Bemühungen fortgesetzt, den künftigen Eigenbedarf im Betriebsdienst zu decken und Personallücken füllen, die durch alters- und krankheitsbedingtes Ausscheiden von Mitarbeiten der Straßen- und Autobahnmeistereien entstehen.
Die jungen Straßenwärter werden beim Technisch-Gewerblichen Berufsbildungszentrum Neunkirchen in der Nähe des Landesbetriebs unterrichtet, das seit Jahren mehrere Klassen im Beruf des Straßenbauers ausbildet. Die Lehrpläne beider Berufe –Straßenwärter und Straßenbauer – überschneiden sich in weiten Teilen. Die abweichenden Lerninhalte werden den Straßenwärtern im Differenzierungsunterricht vermittelt, so dass eine fachkompetente und vollständige Schulausbildung gewährleistet ist. Die überbetriebliche Ausbildung der angehenden Straßenwärter übernimmt mit dem Ausbildungszentrum des AGV Bau Saar in Saarbrücken ein leistungsfähiger regionaler Partner.