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Energie
 

Stromspeicher am Baubetriebshof eingeweiht

18.06.2015
Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind, Staatssekretär Jürgen Barke, der frühere OB Karlheinz Schöner und RRC-Geschäftsführer Gerhard Ruffing drücken den Startknopf für den Stromspeicher. Foto: © MWAEV.
Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind, Staatssekretär Jürgen Barke, der frühere OB Karlheinz Schöner und RRC-Geschäftsführer Gerhard Ruffing drücken den Startknopf für den Stromspeicher. Foto: © MWAEV.

Staatssekretär Jürgen Barke, Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind und RRC-Geschäftsführer Gerhard Ruffing haben am Donnerstag, 18. Juni 2015 offiziell einen neuen Stromspeicher eingeweiht. Das Modellprojekt für die Nutzung erneuerbarer Energien befindet sich am Baubetriebshof der Stadt Homburg. Bei der Entwicklung dieses neuen Modells wurde die Stadt wesentlich von der saarländischen Landesregierung, federführend vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, unterstützt.

„Die Stadt Homburg leistet mit diesem Projekt einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende. Sie geht mit gutem Beispiel voran und zeigt, wie man durch die intelligente Vernetzung von mehreren Energiequellen und Energiesenken eine nahezu autarke Energieversorgung schaffen kann. Der Stromspeicher trägt dazu bei, das Bewusstsein für einen cleveren Umgang mit Energie zu schärfen“, erklärte Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke.

Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind dankte den Projektbeteiligten für ihren Einsatz und vor allem der Landesregierung für ihre Förderung. „Es ist großartig, dass die Landesregierung uns bei Zukunftsprojekten, die helfen, unsere Energiekosten zu senken und einen großen Gewinn für die Umwelt darstellen, so unterstützt. Besonders froh bin ich über dieses Modellprojekt auch, weil der Stromspeicher vom Homburger Unternehmen RRC kommt.“

„Mit diesem Projekt haben die Kreisstadt Homburg und das Wirtschaftsministerium des Landes Saarland nicht nur ein Modellprojekt für das Gelingen der Energiewende geschaffen, sondern auch Weitsicht im Hinblick auf den Wirtschaftsstandort Saarland gezeigt. Die Produktion der Erneuerbaren Energien lässt sich nur bedingt steuern, so dass eine Entkopplung vom Energiebedarf geschieht. Die Zielsetzung der Bundesregierung, den Energiebedarf Deutschlands zu 100 Prozent aus Erneuerbaren zu decken, mündet also zwangsweise in einen sehr hohen Energiespeicherbedarf. Dieses Projekt ist ein wichtiger Baustein, um sicherzustellen, dass dieser große, sich in der Entstehung befindende und innovative Markt nicht an der Wirtschaftsregion vorbei geht, sondern lokal und regional für neue Impulse und Arbeitsplätze sorgt“, betonte RRC-Geschäftsführer Gerhard Ruffing.

Der durch eine Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) erzeugte Solarstrom wird direkt in das Netz des BBH-Areals eingespeist. Der Stromüberschuss wird nun mit Hilfe des neuen Stromspeichers vom Tag in die Nacht verlagert. Die Kosten für die Photovoltaik-Anlage lagen bei rund 600.000 Euro. Das Budget für das Modellprojekt Stromspeicher beträgt 506.000 Euro netto, die Förderung durch das Land liegt bei knapp 50 Prozent.

Die bereits im Januar 2014 installierte PV-Anlage mit 360 kWp Leistung erzeugt rund 330 MWh/a Solarstrom. Das gesamt Areal-Netz hat einen Jahresbedarf von 300 MWh/a mit einer Grundlast von 20 kW und einem Spitzenbedarf von ca. 130 kW. Damit ist das Gesamt-Areal bilanziell über das Jahr mit Solarstrom versorgt. Im Winter und den Übergangszeiten in Frühjahr und Herbst, sowie in der Nacht wird vom vorgelagerten E-Netz eingespeist. Der spezifisch auf die Verbrauchs- und Erzeugungsbedingungen ausgelegte 280 kWh / 100 kW Stromspeicher soll nun den Eigennutzungsanteil im Jahresmittel auf mindestens 60 Prozent steigern und im Sommerbetrieb idealerweise 100 Prozent erreichen.

Darüber hinaus wird vom Stromspeicher realisiert:

  • eine Lastspitzenkompensation,
  • eine Netzstabilisierung und
  • eine Blindstromkompensation.

Dazu wird erstmalig eine Notstromfunktionalität ermöglicht, die es erlaubt, dass die Feuerwache und die Betriebs-Tankstelle bis zu einer kritischen Last von zusammen 25 kW für 1,8 Stunden vom Stromspeicher versorgt werden können.

Den neuen Stromspeicher hat die Homburger Firma RRC power solutions gemeinsam mit der Firma Sonn konzipiert, gefertigt und betriebsbereit geliefert. Die Gesamtkonzeption der Photovoltaik-Anlage sowie des Stromspeichers wurde von der Firma CFH entwickelt. Der Stromspeicher ist in einem 40ft-Container ausgeführt und via Trafo direkt an das vorgelagerte 20 kV Netz angeschlossen.

Moderne Stromspeichersysteme zählen zu den wichtigsten Bausteinen für das Gelingen der Energiewende. Sie sind ein Schlüsselelement zur Überführung fluktuierender erneuerbarer Energien zu einer steuer- bzw. regelbaren Energiebeschaffung und öffnen die Tür zur Teilnahme an Netz-Systemdienstleistungen und zum Regel-Energiemarkt. Einen Modellcharakter hat das neue Konzept für den Baubetriebshof der Stadt auch daher, weil nach erfolgreichem „Inhouse-Betrieb“ zur Versorgung des Areal-Netzes geplant ist, das Gesamtsystem in einer weiteren Demonstrations-Phase zu erweitern und als Partner für den Regel-Energie-Markt zu entwickeln.