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Landesbetrieb für Straßenbau
 

Pilotprojekt in Oberkirchen: Gemeinsamer Raum für alle Verkehrsteilnehmer

Projektvorstellung am 28.10.2016

28.10.2016

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger präsentierte am Freitag, 28. Oktober 2016, das Pilotprojekt zur Verkehrsraumgestaltung der Ortsdurchfahrt Oberkirchen.
Hier soll angelehnt an das ‘Shared-Space-Prinzip‘(deutsch: „gemeinsamer Raum“) die vorhandene Durchgangsstraße sowohl als Einkaufs- und Aufenthaltsgebiet, als auch als Verbindungsstraße dienen. Die Wirtschaftsministerin erwartet, dass dadurch der  vom Kfz-Verkehr dominierte öffentliche Straßenraum im Verkehrsfluss verbessert und die  Attraktivität des Ortskerns von Oberkirchen erhöht wird.
Rehlinger: „Charakteristisch für das Shared-Space-Prinzip ist die Idee, so weit wie möglich auf Verkehrszeichen, Signalanlagen und Fahrbahnmarkierungen zu verzichten. Gleichzeitig sollen die Verkehrsteilnehmer vollständig gleichberechtigt werden, wobei die Vorfahrtsregel weiterhin Gültigkeit besitzt. Durch die geplanten Maßnahmen ist zu erwarten, dass sich auch die Geschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt reduziert. Ich bin mir sicher, dass mit diesem Pilotprojekt der Ortskern von Oberkirchen insgesamt aufgewertet und wieder mit mehr Leben gefüllt wird.“
Der Freisener Bürgermeister Karl-Josef Scheer freut sich auf das Pilotprojekt, das seit 2010 zuerst nur als Idee im Raum stand: „Wenn etwas Gutes soll gelingen, musst du darum ringen!“
Werner Nauerz: „Die Baumaßnahme im Zuge der L 309 begann bereits im Jahr 2009 mit dem Neubau der Entwässerungseinrichtungen. Dies war neben den räumlichen und verkehrlichen Randbedingungen eine wesentliche Voraussetzung zur Durchführung des Pilotprojektes. Schon damals gingen die Gemeinde Freisen und der LfS eine Kooperation zur Baudurchführung ein. Mit der im Jahr 2014/15 durchgeführten Grundsanierung vom Beginn der Ortsdurchfahrt bis zur Festhalle, rundet die aktuelle Maßnahme die Aufwertung der L 309 in der Ortslage von Oberkirchen ab.
Das in Oberkirchen umgesetzte Konzept der Verkehrsraumgestaltung kann zukünftig nicht als generelles Muster für alle Verkehrsräume in den Kommunen dienen. Die Umsetzung kann nur im Zuge von Landstraßen mit untergeordneter Bedeutung und geringer Verkehrsbelastung erfolgen. Ansonsten sind die Risiken für die nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer zu hoch.“
Die Hauptstraße von Oberkirchen und dabei konkret der Abschnitt vom Kreisverkehrsplatz bis zur Einmündung der Straße ‚Zur Festhalle‘ wird so gestaltet, dass möglichst keine Verkehrsteilnehmer bevorzugt werden, sondern dass auf partnerschaftliches Miteinander gesetzt wird. Des Weiteren wird durch die Gestaltung versucht, die Erkennbarkeit als „sozialer Aufenthaltsraum“ in Abgrenzung zum „Verkehrsraum“ zu ermöglichen und möglichst gute Sichtbeziehungen zwischen allen Verkehrsteilnehmern zu gewährleisten. Sämtliche Verkehrsteilnehmer sollen in das Verkehrsgeschehen integriert statt verdrängt werden. Den Fußgängern und Radfahrern wird mehr Raum zugeteilt und die Nutzung durch Menschen mit Behinderungen durch die Reduzierung von Barrieren erleichtert. So wird im gesamten Bereich ein Blindenleitsystem angeordnet.
Um die Geschwindigkeiten auf ein angemessenes Maß zu reduzieren, wird der umgestaltete Bereich als „Tempo-20-Zone“ ausgewiesen. Ebenso wird die Rechts-vor-Links-Regel angewendet und weitgehend auf weitere Beschilderung verzichtet.
Die  Baukosten des Pilotprojektes betragen 2 Mio. Euro. Finanziert wird die Maßnahme durch das Wirtschaftsministerium mit 1 Mio. Euro, das Innenministerium mit rund 836.000 Euro, sowie durch die Gemeinde Freisen.
Die Federführung für die Baumaßnahme liegt beim Landesbetrieb für Straßenbau. Das Bauende ist für Oktober 2017 anvisiert.